Geschichtliches

Still, der als Begründer der Osteopathie im 19. Jahrhundert gilt, lernte einen Großteil seiner medizinischen Fähigkeiten durch die Beobachtung der Arbeit älterer, erfahrener Ärzte. Nach dem Tod von zweien seiner Kinder zweifelte Still an der medizinischen Praxis der damaligen Zeit und beklagte, dass viele der verschrieben Medikamente und der operativen Verfahren entweder gefährlich oder unwirksam waren. (vgl. Webb 1997)

Das Hauptinteresse von Still galt der Bedeutung des Bewegungsapparates in der Krankheit. 1889 prägte er den Begriff der Osteopathie, um seine neue Form der medizinischen Behandlung zu beschreiben. (vgl. Cameron 1998)

Er stellte fest, dass eine Disharmonie in der Körpermechanik sowohl die betroffenen Gewebsstruktur selbst, als auch – über vaskuläre und nervale Bahnen- die Funktionen der inneren Organe beeinträchtigt, und dass auch genauso durch das Lösen von Gelenksblockaden nicht nur lokale Beschwerden gebessert werden können, sondern auch Funktionsstörungen in anderen Teilen des Körpers. (vgl. wso.at download 13.12.2002)

Die von Still proklamierte Osteopathie war eine rein manuelle Therapieform, die mechanische Struktur des Körpers und damit verbunden die Lehre der Anatomie stand im Vordergrund. (vgl. Cameron 1998)

Im Laufe der Zeit entstanden auf der Grundlage der Osteopathie auch andere Methoden, wie Chirotherapie und Manuelle Therapie. (vgl.wso.at download 13.12.2002)

Im Jahre 1874 trat Still mit seinen philosophischen und praktischen Grundlagen der Osteopathie zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. (vgl. Liem 1998) Die formelle osteopathische Ausbildung begann ebenfalls durch Still 1892 mit der Gründung der American School of Osteopathie(ASO) in Kirksville. Durch J.M. Litteljohn fand die Osteopathie auch in Europa ihren Einzug, die erste europäische Osteopathie Schule 1917 wurde in England gegründet:„The British School of Osteopathy“(B.S.O.).